Sie sind hier: Startseite << Kinder << Erziehungsfragen << Chats und Social Communities


Chats und Social Communities

Das Internet nutzen heute immer mehr Menschen, um mit anderen in Kontakt zu treten und Freundschaften zu pflegen. E-Mails sind dafür die wohl gebräuchlichste Form. Kinder und Jugendliche tummeln sich aber mittlerweile immer mehr in sogenannten Chats oder Social Communities.

Was ist Chatten?
Was sind Social Communities?
Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Chats und Social Communities?
Welche Chancen bieten Chats und Social Communities meinem Kind?
Welche Gefahren bergen Chats und Social Communities?
Was sollte ich bei Cyber-Mobbing beachten?
Welche Kosten können bei Chats oder in Social Communities entstehen?
Ab welchem Alter sind Chats und Social Communities geeignet?
Wie kann ich kontrollieren, wie sich mein Kind im Internet darstellt?
Wie kann ich mein Kind im Umgang mit Chats und Sozialen Netzwerken unterstützen?
Welche Verhaltensregeln kann ich meinem Kind für den sicheren Umgang mit Social Communities mitgeben?

Was ist Chatten?

Beim Chatten kann man sich online über Tastatur und Bildschirm mit anderen Personen unterhalten. Chatten heißt nichts anderes als plaudern. In der Regel ist es ganz einfach, sich in einem Chat anzumelden.

Einerseits kann man sich dabei ganz speziell mit einer Person unterhalten, die man in der Regel kennt. Meist ist das jemand aus der eigenen Clique oder ein Bekannter.

Aber auch sogenannte Chatrooms sind bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Tatsächlich geht es auf solchen Seiten oft zu wie in einem Cafe oder in einer Bar. Jeder redet mit jedem. Es gibt selten ein bestimmtes Thema, schnelle Fragen und schnelle Antworten herrschen vor. Zwar gibt es auch Chats mit einem bestimmten Motto wie bei Newsgroups oder Foren, aber die Teilnehmer halten sich nicht immer an das vorgegebene Thema. Die Mitglieder in Chaträumen geben sich häufig Nicknames (= Spitznamen) und nennen nicht ihren wahren Namen. Für viele macht es einen besonderen Reiz aus, nicht sofort zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

Zahlreiche Chats werden von Operatoren oder Moderatoren betreut. Operatoren greifen dann ins Geschehen ein, wenn die Umgangsformen im Chat zu entgleisen drohen. Moderatoren schalten sich dann inhaltlich ein und übernehmen die Gesprächsführung. Operatoren und Moderatoren können auch jene Chatter aus dem Chatroom ausschließen, die sich nicht an die Regeln halten. Gute Kinderchats sind immer moderiert, aber es gibt für sie festgelegte Zeiten, in denen die Betreuer zur Verfügung stehen.

Was sind Social Communities?

Ein Stück weiter gehen die sogenannten Social Communities oder Social Networks (= Soziale Netzwerke). In den Plattformen solcher Online-Gemeinschaften kann man nicht nur Kontakt mit anderen Leuten aufbauen oder sich einfach nur unterhalten. Eine Social Community erlaubt den Nutzern auch, selbst Inhalte auf die Seite zu stellen und nicht mehr nur passiv Informationen abzurufen. Social Communities ähneln Freundschaftsbüchern. Sie sind Bestandteil des Web 2.0, einer neuen Mitmach-Form des Internets.

Bei den meisten Social Communities ist es ganz einfach, Mitglied zu werden. Nach der Anmeldung erstellt der Nutzer ein eigenes Profil mit Namen, Foto und persönlichen Angaben wie Alter, Interessen oder Freunden, Bekannten, Mitschülern oder Leuten mit ähnlichen Interessen. Je nach selbst gewählten Sicherheitseinstellungen können nun andere Community-Mitglieder die Profilinformationen ansehen.

Außerdem können die Mitglieder von Social Communities weitere Fotos, Textbeiträge, Musik oder Videos hinterlegen. Die Betreiber solcher Seiten stellen ihren Nutzern dafür verschiedene Tools (= Werkzeuge) zur Verfügung, wie beispielsweise Freundschafts- oder Kontaktlisten, Fotoalben, Pinnwände, Gästebücher und integrierte Chats.

Zu den bei Kindern und Jugendlichen beliebtesten Social Communities gehören die Portale von Facebook, Google+ und Twitter.

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Chats und Social Communities?

Viele Schüler und Schülerinnen stellen nach der Schule zunächst mal den Computer an und loggen sich ein. Sie sehen nach, wer von den Freunden ebenfalls online ist, wer eine Nachricht hinterlassen hat oder stöbern einfach nur herum. Die Seiten ähneln einem großen virtuellen Schulhof.

Beliebt sind Chats und Social Communities vor allem bei Kindern und Jugendlichen ab der sechsten Klasse. Das hat mehrere Gründe:

Chats und Online-Netzwerke erweitern zum einen die reale Kommunikation. Freundschaften und Beziehungen werden dort heutzutage ganz selbstverständlich virtuell gepflegt und gelebt. Kontaktaufnahme und Kontaktpflege im Internet sind oft die häufigsten Online-Tätigkeiten der Kinder und Jugendlichen.

Wie im richtigen Leben unterliegen Jugendliche in Chats und Social Communities aber auch einem Gruppenzwang. Wenn in der Schule erzählt wird, wie oft, wie lange und mit wem man sich im Internet trifft und wie viele Freunde man dort schon hat, möchte man mitreden können und nicht außen vor stehen. Die Freundschaften der realen Welt werden oft nur ins Internet übertragen. Es entsteht eine virtuelle Parallelwelt.

Kinder und Jugendliche unternehmen in Online-Netzwerken auch Schritte zur Selbstfindung. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich darzustellen. Die Kinder und Jugendlichen untersuchen im Vergleich mit Mitschülern aber auch, wie beliebt sie sind. Die Freundschaftsliste im Profil zeigt ihnen und anderen, wie viele Freunde sie haben. Sie können testen, wie Gleichaltrige auf ihr Profil reagieren. Dadurch erfahren sie Anerkennung, in Einzelfällen aber auch Ablehnung.

Je nach Stimmungslage haben die Mitglieder der Social Communities die Möglichkeit sich zurückhaltend und unauffällig durch verschiedene Profile zu manövrieren, also einfach nur „abzuhängen“, oder sich aktiv einzubringen. Sie können ihre Meinung in verschiedenen Foren und Blogs äußern, sie können sich Gleichgesinnten anschließen oder sich abgrenzen.

Auch Verliebtsein ist ein zentrales Thema bei Jugendlichen. Auf einer Online-Plattform kann man sich unauffällig über seinen Schwarm informieren. Ein digitales Anbändeln fällt leichter als im wirklichen Leben auf jemanden zuzugehen.

All dies sind wichtige Entwicklungsschritte ins Erwachsenensein.

Welche Chancen bieten Chats und Social Communities meinem Kind?

Die Beschäftigung mit Chats und Sozialen Netzwerken hat für Jugendliche viele positive Begleiterscheinungen. Sie entwickeln durch die Selbstdarstellung im Internet ihre Persönlichkeit und lernen wichtige soziale Fähigkeiten.

Chats und Social Communities geben Heranwachsenden die Möglichkeit, mit anderen Menschen unabhängig von Wohnort und Tageszeit in Kontakt zu treten und Gleichgesinnte zu einem Interessensgebiet auch über die lokalen Grenzen hinaus zu finden. Wie im wirklichen Leben müssen sie dabei bestimmte Verhaltensregeln im Umgang mit ihren Kontakten beachten.

Die Jugendlichen sind in einer Lebensphase, in der sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und über ihr Handeln nachzudenken. In Social Communities können sie dies trainieren, denn hier müssen sie sich entscheiden, wie viel Einblick in ihre Privatsphäre sie einem breiten Publikum gestatten. Sie müssen zudem mit den Daten ihrer Freunde vertrauensvoll umgehen.

Die aktive Mitgestaltung der Web 2.0-Portale von Sozialen Netzwerken durch den Jugendlichen fördert nebenbei auch Kreativität und technisches Verständnis. Dies kann für das spätere Berufsleben von Bedeutung sein.

Welche Gefahren bergen Chats und Social Communities?

Chats und Social Communities sollen die Realität widerspiegeln. Wie im wirklichen Leben will man Kontakte pflegen und neue Menschen kennenlernen. Neben den positiven Lerneffekten und den interaktiven Möglichkeiten bergen sie aber auch gewisse Risiken für Kinder und Jugendliche.

Da die Teilnehmer insbesondere in Chats häufig anonym sind, kann sich auch ein Erwachsener als Kind oder Jugendlicher ausgeben und versuchen, das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu erschleichen. Auf diese Weise können persönliche Informationen wie Adresse und Telefonnummer erfragt werden. Es kann auch zu einer Verabredung kommen.

Viele Kinder und Jugendliche denken auch nicht groß über Datenschutz nach und geben große Teile ihrer Intimsphäre oder der ihrer Freunde preis, ohne zu berücksichtigen, dass die von ihnen veröffentlichten persönlichen Daten auch von Dritten kopiert und missbraucht werden können. Das Internet vergisst nichts. Insbesondere in Social Communities können auch nach dem vermeintlichen Löschen von einmal veröffentlichten Texten und Fotos Inhalte noch jahrelang im Internet erhalten bleiben und plötzlich an anderer Stelle wieder auftauchen.

Wenn Jugendliche unbekümmert persönliche Daten ins Internet stellen, so kann dies auch hinderlich für die berufliche Karriere sein. Viele Arbeitgeber verschaffen sich im Internet einen Einblick in das Leben ihrer zukünftigen Mitarbeiter. Sie forschen über Suchmaschinen nach den Namen ihrer Bewerber und verschaffen sich ein Bild darüber, wie sich der Betroffene im Internet präsentiert. Die Bereitschaft, jemanden einzustellen, der Kontakte zu fragwürdigen Personen pflegt oder sich mit zweifelhaften Fotos brüstet, ist selbstverständlich gering.

Kindern und Jugendlichen können zudem jugendgefährdende Inhalte zugesendet werden, wie beispielsweise Videos mit Gewaltdarstellungen, rechtsextreme Texte oder pornografische Aufnahmen.

Ein zeitlich angemessener Umgang mit dem Medium Internet ist gut. Kinder und Jugendliche, die allerdings nur noch in Chats und virtuellen Netzwerken unterwegs sind und kaum noch persönliche Kontakte haben, drohen sich zu isolieren und zu vereinsamen. Damit sind sie denselben Gefahren wie bei einer Computerspielsucht ausgesetzt.

Was sollte ich bei Cyber-Mobbing beachten?

Wo es Freundschaften und Gruppierungen gibt, kann es auch Mobbing geben. Chats und Social Communities ebnen dank ihrer digitalen Anonymität den Boden für üble Nachrede und Verunglimpfungen. Das bewusste Beleidigen, Bedrohen und Bloßstellen von anderen Personen im Internet oder per Handy nennt man Cyber-Mobbing oder Cyber-Bullying.

Insbesondere die Anonymität im Internet lässt die Hemmschwelle für Mobbing sinken. Neben eigens gegründeten „Hassgruppen“, wo Opfer im Kollektiv verunglimpft werden, mobben aber auch einzelne Jugendliche ihre Mitschüler und Lehrer, ohne sich manchmal darüber bewusst zu sein, wie verletzend ihr Verhalten ist und was sie damit anrichten.

Gefährlich am Cybermobbing ist, dass es im Internet ein großes Publikum findet. Es macht einen großen Unterschied, ob einem Mitschüler auf dem Pausenhof etwas Böses nachgerufen wird und über ihn getratscht wird oder ob peinliche Aufnahmen oder Äußerungen einer großen Internet-Gemeinschaft oder gar der ganzen Welt präsentiert werden.

Der beste Schutz gegen Cyber-Mobbing ist so wenig wie möglich über das eigene Privatleben zu verraten.

Jedes Kind reagiert unterschiedlich, wenn es in einem Chat oder Sozialen Netzwerk schikaniert wird, daher ist es für Außenstehende oftmals schwer zu erkennen. Wenn Ihr Kind eingeschüchtert im Umgang mit Mitschülern oder Freunden wirkt oder wenn es sich nicht mehr traut in die Schule zu gehen, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Kind Mobbing-Opfer geworden ist. Andere Kinder wiederum werden krank oder aggressiv. Nehmen Sie Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes ernst und reagieren Sie darauf.

Wenn Ihr Kind in einem Chat oder auf einer Online-Plattform schikaniert oder bedroht wird, sollten Sie ihm sofort helfen und nicht als Reaktion darauf das Internet verbieten. Wenden Sie sich sofort an den Anbieter und schildern Sie die Situation ausführlich. Fordern Sie ihn zum Einschreiten auf. Wenn Ihr Kind mittels beleidigender Bilder oder Nachrichten bedrängt wird, sollten Sie unbedingt ein Screenshot davon machen (die Seite mit „Druck“ in die Zwischenablage speichern und mit „Strg“ + „V“ in ein Bildbearbeitungsprogramm einfügen) oder die Seite abfotografieren.

In jedem Falle können Sie den Rechtsweg beschreiten, wenn der Anbieter nicht zu Ihrer Zufriedenheit auf Ihre Beschwerde reagieren sollte (zum Beispiel durch das Entfernen des beleidigenden Materials oder durch den Ausschluss des Nutzers aus der Community). Sollte man Ihrem Kind im Internet Gewalt androhen, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Weitere Informationen erhalten Sie bei www.internetbeschwerdestelle.de

Welche Kosten können bei Chats oder in Social Communities entstehen?

Chats, aber insbesondere Soziale Netzwerke finanzieren sich normalerweise über Werbung, die auf dem Portal beispielsweise in Form von Bannern geschaltet wird. Die Dienste sind für den Benutzer daher grundsätzlich kostenlos. Allerdings gibt es bei den Benutzerkonten erweiterte Premium-Funktionen, die je nach Anbieter unterschiedlich kosten.

Ab welchem Alter sind Chats und Social Communities geeignet?

Es gibt Chats und Soziale Netzwerke, die bereits für Kinder ab dem lesefähigen Alter geeignet sind. Kindern macht es Spaß, mit anderen online zu plaudern und das Internet für ihre Freundschaftspflege zu nutzen. Sie sollten aber nur sichere Seiten besuchen, wie man sie beispielsweise bei www.seitenstark.de findet. Eine Aufstellung geprüfter und bewerteter Chats für Kinder und Jugendliche enthält auch die Broschüre "Chatten ohne Risiko" von www.jugendschutz.net.

Für viele Jugendliche ist das Nutzen eines Chats oder einer Social Community schon fester Bestandteil des Alltagsgeschehens. Sie wählen ihre sozialen Netzwerke meist nach Mundpropaganda aus oder folgen Einladungen über die Portale, in denen auch ihre Freunde und Klassenkameraden schon angemeldet sind.

Wie kann ich kontrollieren, wie sich mein Kind im Internet darstellt?

Sofern Sie nicht über ein eigenes Benutzerkonto im betroffenen Netzwerk verfügen, über das Sie das Profil Ihres Kindes ansehen können, können Sie die Aktivitäten Ihres Kindes dort nicht kontrollieren. Die Anbieter sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, Auskunft über ihre Benutzer zu geben. Sollte Ihr Kind einen Chat oder ein Social Network ohne Ihre Einwilligung nutzen, können Sie im Ernstfall jedoch grundsätzlich von Ihrem Elternrecht Gebrauch machen und das Benutzerkonto von unter 14-jährigen Kindern sperren lassen.

Wenn Sie Befürchtungen bezüglich der Internetaktivität Ihres Kindes haben und nicht über das Gespräch weiterkommen, können Sie nachsehen, wo der Name Ihres Kindes im Internet auftaucht. Dazu können Sie in die Suchfelder auf Netzwerkplattformen oder in öffentliche Suchmaschinen wie google den Namen Ihres Kindes eingeben. So können sie herausfinden, wie und auf welche Weise Ihr Kind im Internet bereits präsent ist.

Wie kann ich mein Kind im Umgang mit Chats und Sozialen Netzwerken unterstützen?

Chats und insbesondere Soziale Netzwerke bieten Ihrem Nachwuchs viele Möglichkeiten, interaktiv zu werden und produktiv das Internetgeschehen mitzugestalten. Dieses Potential sollten sie nutzen.

Ihr Kind braucht dabei Ihre Unterstützung! Lernen Sie die Chats und Netzwerke Ihres Kindes kennen. Zeigen Sie sich interessiert und lassen Sie sich von Ihrem Kind bei einer Surftour zeigen, wo es bereits als Nutzer registriert ist. Lassen Sie sich den Chat und das Netzwerk Ihres Kindes erklären. Fragen Sie, was ihm daran besonders gefällt und was weniger.

Nur wenn Sie selbst die Chats und Netzwerke, ihre Funktionen und Risiken kennenlernen, können Sie sie angemessen bewerten und ihrem Kind den richtigen Umgang damit beibringen. Ihre Ratschläge werden dann ernst genommen, wenn Sie die Medienwelt Ihres Kindes verstehen und anerkennen.

Auch Ihr Kind kann den verantwortungsvollen Umgang mit Medien nur erlernen, wenn es sich damit aktiv auseinandersetzt. Helfen Sie bei den ersten Schritten einer Neuanmeldung. Lesen Sie gemeinsam die AGBs, und versuchen Sie herauszufinden, was dahinter steht. Erstellen Sie dann mit Ihrem Kind Sicherheitsregeln und legen Sie fest, welche Daten es im Internet veröffentlichen darf.

Klären Sie Ihr Kind über die Stolpersteine im Internet auf und besprechen Sie mit ihm Konsequenzen und Risiken einer übertriebenen Selbstdarstellung in Social Communities. Suchen Sie gemeinsam ein Foto aus, das ins Profil gestellt werden soll.

Als eindrucksvollen Test könnten Sie Ihr Kind bitten, Fotos auszudrucken, die es gerne in das Portal einer Social Community stellen möchte oder aber als Anhang in einem Chat versenden würde. Laden Sie es ein, mit diesen Fotos durch die Nachbarschaft, zum Lehrer und zum Bäcker zu gehen und sie all diesen Personen vorzulegen. Sicherlich wird es dann besser verstehen, wie peinlich es sein kann, wenn alle Welt im Internet Zugriff auf solche Daten hat.

Trainieren Sie mit Ihrem Kind, wie es sich im Falle von Cyber-Mobbing oder Datenmissbrauch verhalten soll. Geben Sie Ihrem Kind die Sicherheit, dass es zu Ihnen kommen kann, wenn etwas Unangenehmes oder Ungewöhnliches passiert. Reagieren Sie darauf nicht mit einem Internetverbot, da Ihr Kind sein Problem beim nächsten Mal vermutlich für sich behalten wird.

Sprechen Sie mit anderen Eltern und Lehrern über die Aktivitäten in Chats und Social Communities und halten Sie sich auf dem Laufenden über die technischen Neuerungen der Chats und Netzwerk-Portale.

Hilfe für die Nutzung von Chats und Social Communities geben die Seiten von www.klicksafe.de und www.watchyourweb.de.

Welche Verhaltensregeln kann ich meinem Kind für den sicheren Umgang mit Social Communities mitgeben?

In sicheren Netzwerken gibt es für Eltern und Erwachsene Informationen über das Angebot der Seite. Unbedingt vorhanden sein sollten Tipps zur Sicherheit, Hilfen und Ansprechpartner für die jugendlichen Nutzer.

Ihr Kind wird sich in Social Communities sicher bewegen und Freude daran haben, wenn Sie den Dialog mit ihm offen halten und ihm helfen, wichtige Verhaltensregeln zu beachten;
 

  • Im Profilverzeichnis wird Ihr Kind dazu aufgefordert, viele Angaben über seine eigene Person zu machen. Aber die meisten Kategorien können auch unbeantwortet bleiben. Je weniger Informationen andere Nutzer von Ihrem Kind haben, desto geringer ist die Angriffsfläche.
  • Seine Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Passwörter jeder Art sollte Ihr Kind niemals weitergeben und immer geheim halten! Das gilt natürlich auch für Chats. Persönliche Daten sind wie ein Schlüssel zum Privatleben. Haustürschlüssel gibt man auch nicht einfach weiter.
  • Eine E-Mail-Adresse sollte besser einen Phantasienamen tragen, in dem der wirkliche Name Ihres Kindes nicht zu erkennen ist. E-Mails von unbekannten Empfängern immer löschen.
  • Ihr Kind sollte den Zugriff auf sein Profil nur bestimmten Personen, zum Beispiel denen auf seiner Freundesliste erlauben. Dies gilt auch für selbst angelegte Fotoalben, die gerne nach Parties oder gemeinsamen Ausflügen ins Netz gestellt werden.
  • Ihr Kind sollte sich genau überlegen, wem es den Status „Freund“ verleiht und nicht vorschnell Freundschaftseinladungen aussprechen oder annehmen.
  • Fotos im Profil müssen sorgfältig ausgewählt werden. Niemals Fotos im Bikini oder Unterwäsche einstellen.
  • Ihr Kind muss seine Freunde und Bekannten um Erlaubnis fragen, wenn es deren Bilder oder Fotos, auf denen sie abgebildet sind, ins Internet stellen möchte.
  • Niemals sollte Ihr Kind heikle Bilder oder Äußerungen ins Netz stellen. Auch wenn diese nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich gemacht werden, gibt es keine Garantie, dass diese nicht doch an unbefugte Personen geraten können.
  • Verabredungen mit Freunden oder andere private Termine sollten niemals an der Pinnwand einer Social Community auftauchen, sondern immer nur privat oder über Mailsystem des Anbieters ausgetauscht werden.
  • Ihr Kind sollte sich niemals mit Unbekannten verabreden, ohne von Ihnen begleitet zu werden. Das gilt natürlich auch für Chats.